Dienstag, 9. März 2010
regenblau, 21:23h
Alles ist wie gehabt. Nur die Halsschmerzen sind neu.
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Samstag, 31. Oktober 2009
regenblau, 12:16h
"Alles war wie gehabt. Rechts war es dunkel, Links war es wärmer, nach vorne konnte man nicht und hinter dem Mädchen war eine alte meterhohe Wanduhr.
Vielleicht war die Wanduhr auch noch höher, eventuell erstreckte sie sich sogar über die Kö.pfe aller Menschen, Tiere, Gebäude und Berge und wurde möglicherweise ja auch nur gebaut um eines Tages in sich zusammenzubrechen.
Das Mädchen wusste es nicht, sie hatte nicht die Fähigkeit die Spitze der Uhr zu erkennen oder konnte Gründe für den Bau beziehungsweise für die Existenz vermuten, nur alleine das Ticken der Uhr ermöglichte ihr ein grobes schätzen der Entfernung.
Schon öfters stand sie davor und versuchte die oberste Kante des kastenförmigen Holzes zu ertasten, durch springen, klettern, singen und fragen, jedoch schien der Kasten endlos hoch zu sein.
Einmal musste sie deswegen sogar weinen.
Wäre sie damals nicht blind gewesen, hätte sie das Ende einfach erblicken können."
Vielleicht war die Wanduhr auch noch höher, eventuell erstreckte sie sich sogar über die Kö.pfe aller Menschen, Tiere, Gebäude und Berge und wurde möglicherweise ja auch nur gebaut um eines Tages in sich zusammenzubrechen.
Das Mädchen wusste es nicht, sie hatte nicht die Fähigkeit die Spitze der Uhr zu erkennen oder konnte Gründe für den Bau beziehungsweise für die Existenz vermuten, nur alleine das Ticken der Uhr ermöglichte ihr ein grobes schätzen der Entfernung.
Schon öfters stand sie davor und versuchte die oberste Kante des kastenförmigen Holzes zu ertasten, durch springen, klettern, singen und fragen, jedoch schien der Kasten endlos hoch zu sein.
Einmal musste sie deswegen sogar weinen.
Wäre sie damals nicht blind gewesen, hätte sie das Ende einfach erblicken können."
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Mittwoch, 23. September 2009
Franz Xaver und ein Fisch #1
regenblau, 17:42h
Auszüge aus der Geschichte von Franz Xaver
„Franz, wir müssen etwas ändern“, flüsterte der, der nicht Franz war.
„Das ist mir klar“, antwortete der, der Franz war.
Jeder packte die Decke an zwei Enden, während Einer anteilslose Gesten machte. Franz schaute auf die alte hölzerne Standuhr, die mindestens genau so groß war wie er, während der, der nicht Franz war leise ein Lied summte und dabei an seine wunderschöne Frau denken musste.
22:44
Franz seufzte und schüttelte etwas an der graublauen Decke. Vermutlich wusste niemand mehr von diesem antiken Stück seiner Großmutter – es war verstaubt und hatte sogar einige Flecken so wie Brandlöcher.
Er hielt dieses Vergessen der Antiquität auch für gerechtfertigt, da sie auch nicht besonders anschaulich war oder nennenswerte Eigenschaften besaß.
Seinem Mittäter ging wohl grad ähnliches durch den Kopf, denn er schüttelte etwas deprimiert den Kopf und wandte wieder seine Aufmerksamkeit auf Franz.
Die Beiden nickten einander zu, traten fast symmetrisch zueinander auf den Boden auf und legten anschließend die Decke über die Leiche.
22:45
Freilich war es kein Spaß. Beide wankten die Treppe hoch, als wäre es eigentlich nur Unlust, die sie mehr oder weniger eben nicht motivierte.
Die Treppe war schmal, die Stufen unregelmäßig und alt. Wahrscheinlich zwar nicht so alt wie die Beiden, aber alt.
Den Männern fiel das natürlich nicht auf.
Keiner machte sich wirklich bewusst Gedanken über den Staub am Geländer, die Kratzer am Boden oder das verfärbte Holz. Nur Einer, der hieß Franz, der musste ganz kurz wegen genau diesen Tatsachen an ein Antiquariat denken. Dann fiel ihm aber ein, dass Antiquariate nicht viel mit Treppen zu tun haben und er verwarf den Gedanken.
Der Staub blieb jedoch, und wegen diesem musste der Begleiter von Franz lautstark niesen.
Franz verpasste aber aufgrund seiner Antiquariatgedanken den Moment, in dem man dem anderen „Gesundheit“ wünschte und schwieg weiterhin.
22:12
Einer der Beiden räusperte sich.
22:46
Gemeinsam betrachteten sie den Leichnam. Franz dachte sich im Stillen, dass man die Decke ebenfalls mit einer dicken Schicht Staub verwechseln konnte. Er bekämpfte für einen Moment den Drang ein lachendes Gesicht in den Staub zu zeichnen, der eigentlich ja nicht da war. Darüber musste er stumm lachen, dann nochmal, weil er wusste, dass sein Gefährte diesen Einfall amüsant gefunden hätte.
Franz schwieg jedoch, er fand es nie angebracht in der Gegenwart eines Toten zu sprechen.
22:48
Lieber Herr Franz Xaver,
Könnten sie sich bitte um den Dachboden kümmern?
Dankeschön,
Herr Kurz
18:12
Franz dachte ganz kurz an Herrn Kurz, der ihm heute einen Zettel an die Tür geklebt hatte.
Mit Klebeband hatte er es schön in Sichthöhe befestigt, damit es Franz eben sofort auffallen würde. Wunderbar leserlich waren seine Worte auf dem hellgrünen Zettel, der ebenfalls Werbung für Nasenspray machte.
„Einatmen und durchatmen!“, Franz dachte an den Werbespruch und schnaufte durch.
22:52
Eine Tasse stand auf dem Küchentisch. Sie war mit Kaffee gefüllt, der vor gut einer viertel Stunde ausgekühlt war.
Franz hatte den Kaffee vergessen. Er war nicht mehr müde, obschon es spät war. Normalerweise würde er jetzt im Wohnzimmer sitzen und Dinge machen, die seine Augen müde machen würden. Ein Buch lesen zum Beispiel, oder Dame spielen. Franz Xaver war ein ausgezeichneter Damespieler. Manchmal gewann er, manchmal auch nicht.
22:53
„Franz, wir müssen etwas ändern“, flüsterte der, der nicht Franz war.
„Das ist mir klar“, antwortete der, der Franz war.
Jeder packte die Decke an zwei Enden, während Einer anteilslose Gesten machte. Franz schaute auf die alte hölzerne Standuhr, die mindestens genau so groß war wie er, während der, der nicht Franz war leise ein Lied summte und dabei an seine wunderschöne Frau denken musste.
22:44
Franz seufzte und schüttelte etwas an der graublauen Decke. Vermutlich wusste niemand mehr von diesem antiken Stück seiner Großmutter – es war verstaubt und hatte sogar einige Flecken so wie Brandlöcher.
Er hielt dieses Vergessen der Antiquität auch für gerechtfertigt, da sie auch nicht besonders anschaulich war oder nennenswerte Eigenschaften besaß.
Seinem Mittäter ging wohl grad ähnliches durch den Kopf, denn er schüttelte etwas deprimiert den Kopf und wandte wieder seine Aufmerksamkeit auf Franz.
Die Beiden nickten einander zu, traten fast symmetrisch zueinander auf den Boden auf und legten anschließend die Decke über die Leiche.
22:45
Freilich war es kein Spaß. Beide wankten die Treppe hoch, als wäre es eigentlich nur Unlust, die sie mehr oder weniger eben nicht motivierte.
Die Treppe war schmal, die Stufen unregelmäßig und alt. Wahrscheinlich zwar nicht so alt wie die Beiden, aber alt.
Den Männern fiel das natürlich nicht auf.
Keiner machte sich wirklich bewusst Gedanken über den Staub am Geländer, die Kratzer am Boden oder das verfärbte Holz. Nur Einer, der hieß Franz, der musste ganz kurz wegen genau diesen Tatsachen an ein Antiquariat denken. Dann fiel ihm aber ein, dass Antiquariate nicht viel mit Treppen zu tun haben und er verwarf den Gedanken.
Der Staub blieb jedoch, und wegen diesem musste der Begleiter von Franz lautstark niesen.
Franz verpasste aber aufgrund seiner Antiquariatgedanken den Moment, in dem man dem anderen „Gesundheit“ wünschte und schwieg weiterhin.
22:12
Einer der Beiden räusperte sich.
22:46
Gemeinsam betrachteten sie den Leichnam. Franz dachte sich im Stillen, dass man die Decke ebenfalls mit einer dicken Schicht Staub verwechseln konnte. Er bekämpfte für einen Moment den Drang ein lachendes Gesicht in den Staub zu zeichnen, der eigentlich ja nicht da war. Darüber musste er stumm lachen, dann nochmal, weil er wusste, dass sein Gefährte diesen Einfall amüsant gefunden hätte.
Franz schwieg jedoch, er fand es nie angebracht in der Gegenwart eines Toten zu sprechen.
22:48
Lieber Herr Franz Xaver,
Könnten sie sich bitte um den Dachboden kümmern?
Dankeschön,
Herr Kurz
18:12
Franz dachte ganz kurz an Herrn Kurz, der ihm heute einen Zettel an die Tür geklebt hatte.
Mit Klebeband hatte er es schön in Sichthöhe befestigt, damit es Franz eben sofort auffallen würde. Wunderbar leserlich waren seine Worte auf dem hellgrünen Zettel, der ebenfalls Werbung für Nasenspray machte.
„Einatmen und durchatmen!“, Franz dachte an den Werbespruch und schnaufte durch.
22:52
Eine Tasse stand auf dem Küchentisch. Sie war mit Kaffee gefüllt, der vor gut einer viertel Stunde ausgekühlt war.
Franz hatte den Kaffee vergessen. Er war nicht mehr müde, obschon es spät war. Normalerweise würde er jetzt im Wohnzimmer sitzen und Dinge machen, die seine Augen müde machen würden. Ein Buch lesen zum Beispiel, oder Dame spielen. Franz Xaver war ein ausgezeichneter Damespieler. Manchmal gewann er, manchmal auch nicht.
22:53
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